02. Juni 2026 · Marie Heller
Consent or Pay: Sind Pur-Abo-Cookie-Banner 2026 erlaubt?
Pur-Abo-Banner stellen Besucher vor die Wahl Tracking-Einwilligung oder Bezahlen. Was der EDSA dazu sagt, wann das Modell zulässig ist und worauf kleinere Websites 2026 achten müssen.
Immer mehr Websites zeigen statt eines klassischen Cookie-Banners ein „Consent or Pay"-Modell: Entweder Sie willigen in Tracking ein - oder Sie zahlen für eine werbe- und trackingfreie Nutzung. Was große Verlage vorgemacht haben, sickert 2026 in immer mehr Branchen. Doch ist das überhaupt zulässig? Eine Einordnung. Den Begriff selbst erklären wir kompakt im Glossar unter Pay or Consent (Pur-Abo).
Was der Europäische Datenschutzausschuss sagt
In seiner Opinion 08/2024 hat der EDSA festgestellt, dass große Online-Plattformen mit einem reinen „Pay or Consent"-Modell in den meisten Fällen keine wirksame Einwilligung einholen. Der Grund: Eine Einwilligung ist nach Art. 4 Nr. 11 DSGVO nur freiwillig, wenn Nutzer eine echte Wahl haben. Wer faktisch nur zwischen „bezahlen" und „tracken lassen" wählen kann, hat diese Wahl oft nicht.
Wann das Modell eher zulässig ist
Für kleinere Anbieter ohne marktbeherrschende Stellung fällt die Bewertung teils milder aus. Entscheidend sind drei Punkte: ein angemessenes, nicht prohibitiv hohes Entgelt, eine echte gleichwertige Alternative - idealerweise eine dritte, datensparsame Option ohne personalisiertes Tracking - und volle Transparenz darüber, welche Daten bei der Einwilligung verarbeitet werden.
Der häufigste Fehler bleibt derselbe
Unabhängig vom Modell gilt: Vor jeder Entscheidung des Besuchers dürfen keine einwilligungspflichtigen Tracker laden. Genau hier scheitern viele Pur-Abo-Banner - das Tracking startet schon, bevor überhaupt eine Wahl getroffen wurde. Das ist immer unzulässig, ganz gleich wie das Banner gestaltet ist.
So prüfen Sie Ihr Banner
Kontrollieren Sie, ob „Ablehnen" bzw. die trackingfreie Option gleichwertig erreichbar ist und ob vor der Auswahl bereits Dienste feuern. Der Consent-Banner-Check und der Cookie-Checker simulieren genau das und melden jeden Tracker, der zu früh lädt.
Fazit
„Consent or Pay" ist 2026 kein Freifahrtschein. Für große Plattformen ist das reine Modell laut EDSA kaum tragfähig; für kleinere Websites kommt es auf Entgelt, echte Alternative und Transparenz an. In jedem Fall muss das Banner vor der Wahl trackingfrei bleiben - sonst ist die Einwilligung ohnehin unwirksam.